Hochstammbäume fördern


Hochstammbäume sind ein wichtiger Bestandteil einer vielfältigen Landschaft und ein wichtige Lebensgrundlage für viele Tiere und Pflanzen. Leider fallen jedes Jahr, meist ersatzlos und von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, immer noch einige Flurbereinigungen und Überbauungen zum Opfer.


Dramatischer Rückgang


Wie die Zahlen der Fachstelle für Obstbau des Kantons St. Gallen zeigen, sind zwischen 1961 und 2011über 40‘000 Hochstammobstbäume aus dem Sarganserland verschwunden.

Leitragender dieses Verschwindens ist nicht nur der Mensch, der Einbussen in der Vielfalt des einheimischem Obstangebotes hinnehmen muss und zudem einen wichtigen Bestandteil einer schönen und vielfältigen Kulturlandschaft verliert. Viele Pflanzen- und Tierarten, die auf den Hochstammbaum als Lebensraum angewiesen sind, sind selten geworden bzw. ganz aus unserer Region verschwunden.


BirdLife Sarganserland will Abwärtstrend umkehren


Niklaus Good, Co-Präsident bei Bird Life Sarganserland, kämpft seit 20 Jahren mit Pflanzaktionen gegen das Verschwinden der Hochstammobstbäume im Sarganserland. „Insgesamt wurden bis heute in den Gemeinden Walenstadt, Flums, Mels, Sargans, und Bad Ragaz vier Hochstammobstbaum-Aktionen durchgeführt (1992, 1995, 1999 und 2005). Dabei wurden über 1200 Hochstämmer neu gepflanzt,“ bilanziert Good seine bisherige Tätigkeit.

Gemäss Good konnte aber die weitere Bestandesabnahme in den letzten zehn Jahren im Sarganserland nicht gestoppt werden (s. Grafik unten). Der Rückgang sei jedoch etwas weniger gravierend als in den Jahren davor. Darüber, ob diese Verlangsamung die in anderen Teilen der Schweiz zu beobachtende Trendwende ankündigt, ist sich Niklaus Good nicht sicher.


Verbilligte Baumabgabe


“Wir müssen weiterhin dran bleiben! In diesem Jahr planen wir über BirdLife Sarganserland eine weitere Pflanzaktionen im Sarganserland.“ Dabei sollen die Landbesitzer von einer verbilligten Baumabgabe profitieren können. Die Pflanzungen sollen gemäss des in Zusammenabeit mit der landwirtschaftlichen Schule Rheinhof-Salez ausgearbeiteten Vernetzungskonzept erfolgen. D.h. Pflanzungen werden dort gefördert, wo dies im grossräumigen Zusammenhang ökologisch besonders wertvoll und mit vernünftigem Aufwand realisierbar ist. Grundsätzlich seien aber alle Anfragen bezüglich Neupflanzung willkommen.